Nachgekocht: Biergulasch

„Komm auf die dunkle Sauce der Macht“ sprach das Gulasch zu mir und ich folgte! Heute koche ich ein Rezept nach, von dem ich denke, dass es auch supergut auf einem Schiff zuzubereiten ist. Das Original ist von Michaela Hager und wurde mir von meine Mami empfohlen, die es im BR gesehen hat – mit ein paar Abwandlungen hier auf dem Blog.

Zutaten (für 4 Personen)

 

  • 1,4 kg Rindfleisch aus der Wade
  • 1 kg Zwiebel
  • 2 EL Tomatenmark
  • 3 EL edelsüßes Paprikapulver
  • 1 l Wasser
  • 1/2 l dunkles Bier
  • 2 El Öl
  • Zitronenschalenabrieb
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1/2 TL Kümmel
  • 1 EL Majoran getrocknet
  • etwas Chili, Bouillon, Salz und Pfeffer zum Abschmecken
  • ggf. etwas Sahne für die Sauce

Als Beilage empfehle ich:

  • Butterkartoffeln
  • oder Kartoffelbrei
  • oder Weißbrot

Biergulasch – Ungarn-Classic bavarisiert

Das Wadenfleisch abwaschen und trocken tupfen, etwas von den Sehnen befreien und sehr grob schneiden in etwa kinderfaustgroße Würfel. Wer viel Geduld hat, kann die Zwiebeln würfeln, aber ich würde die Zwiebeln halbieren und in feine Ringe hobeln. Die Knoblauchzehen in Scheiben schneiden. Das Wasser bereitstellen

Nun das Öl in einem großen Topf sehr heiß werden lassen und das Fleisch unter Rühren scharf anbraten, mit einem Glas von dem Wasser aufgießen und wieder komplett einreduzieren lassen – sonst wird die Sauce nicht so schön dunkel. Das Aufgießen noch weitere vier Mal wiederholen, das kann gut und gerne etwa 30-40 min dauern, die man die ganze Zeit beim Gulasch stehen sollte, dass nichts anbrennt! Nach der letzten Reduktion die Zwiebeln, Knobli, das Tomatenmark und das Paprikapulver zugeben und ebenfalls unter Rühren noch gute 5-10 Min rösten, dass alles schön Farbe nimmt.

Gulasch anbraten
Die Zwiebeln mit dem Fleisch gut anrösten

Mit dem Bier und dem restlichen Wasser aufgießen, aufkochen lassen. Auf kleinste Flamme zurückschalten und schmurgeln lassen. Mit Salz und Pfeffer, sowie Chili abschmecken, ggf. kann auch noch etwas Bouillonpulver dazu. Das Gulasch nun mindestens 2 Stunden weiterschmoren! Immer wieder etwas umrühren – es sollte nichts anbrennen. Jeder Topfgucker erhöht sowieso den Appetit – ich habe es selbst ausprobiert. Nach etwa zwei Stunden haben sich die Zwiebeln verkocht und das Fleisch ist so weich, dass es zerfällt – dann ist das Gulasch fast fertig. Jetzt noch den Kümmel hacken und mit getrocknetem Majoran und dem Abrieb einer halben Zitrone dazugeben, noch mal Abschmecken und wenn erwünscht, etwas Sahne zugeben – fertig.

Eigentlich könnte man es jetzt auch gleich servieren, aber jeder weiß, dass das Geheimnis eines guten Schmorgerichts das Stehenlassen ist. Deshalb empfehle ich euch, das Fleisch am Abend nach dem Anlegen zu kochen und das Gulasch aber erst am kommenden Tag, beispielsweise zum Mittagessen, wieder aufzuwärmen, sofern ihr es nach dem Erkalten einigermaßen kühl gestellt bekommt. Dann auch mit dem Abschmecken mit Majoran und Co noch warten. Als Beilage passt gut etwas Kartoffeliges wie Brei oder Butterkartoffeln, aber Weißbrot tut es auch. Brezenknödel sind da schon eher aufwändig!

Exkurs: Kartoffelbeilagen

Zu dem leckeren Fleischgericht könnt ihr schnelle Kartoffelbeilagen machen:

#1: Butterkartoffeln zum Gulasch

Dazu pro Nase eta 2-3 Kartoffeln schälen, vierteln und in Salzwasser garen. Das Kochwasser abgießen und ein guten Stück Butter darüber geben.

#2: Kartoffelbrei zum Gulasch

Dazu wieder 2-3 Kartoffeln pro Esser rechnen, am besten Mehligkochende. Wie bei den Butterkartoffeln diese schälen und vierteln und in Salzwasser garen. Das Wasser abgießen und die Kartoffeln bei geringer Hitze zurück auf den Ofen stellen. Nun die Kartoffeln mit dem Stampfer zu Brei verarbeiten, dabei Milch angießen, so dass der Brei schön sähmig wird. Den Kartoffelstampf abschmecken mit Muskat und Salz und Pfeffer. Wenn die Kartoffeln anzubrennen drohen, einfach die Hitze wegnehmen. Der Brei ist schnell fertig.

Herzhaftes Fleisch mit süßem Bier geschmort

Das Gulasch ist etwas aufwändiger in der Zubereitung, braucht beim Schmoren aber dann wenig Aufmerksamkeit und das herzhafte Gericht macht sich perfekt für hungrige Segler. Gut eignet es sich auch für den Wachdienst in Schichten. Der Gulaschtopf kann immer schön auf kleiner Flamme schmurgeln, dann immer mal wieder mit Wasser aufgießen.

Wie oben erwähnt würde ich es eher im Hafen zubereiten, eigentlich sollte es auch unterwegs kein Problem sein, auf einem stabileren Kurs kann man schon mal ein bisschen in der Pantry kochen! Ich rate euch, die Menge Zwiebeln wenn möglich nicht im Schiffsinneren zu bearbeiten – sonst werdet ihr ganz schön weinen müssen! Ich nehme mir oft alles Nötige mit ins Cockpit und sitze im Aufgang zum Zwiebeln hobeln. An den Zwiebeln solltet ihr nicht sparen – viele arbeiten hier sogar nach der Regel „Pfund auf Pfund“, wonach sich die Menge Zwiebeln 1:1 nach dem Fleisch richtet. Jetzt noch schön viel Zeit zum Schmurgeln haben – und schon habt ihr das beste, herzhafteste Gericht! Guten Appetit, Ahoi!

Zutaten Gulasch.jpg

  • Zubereitungszeit: Vorbereitung und Anbraten ca 75 min, Kochzeit 2 Stunden
  • Zubereitung: im Hafen

Quelle: Diese Gericht habe ich nachgekocht nach dem Rezept von Michaela Hager bei Wir in Bayern im Bayrischen Fernsehen

 

 

 

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s