Frau Smutje lernt Cooking – Vietnamese Style

Still war es die letzten drei Wochen auf meinem Blog – das liegt daran, dass ich im Urlaub war – ohne Segelboot –  in Vietnam. Wenn ich auch nicht gesegelt bin, so habe ich doch meine Augen und vor allem meinen Mund offen gehalten für neue Inspirationen. Die Garküchen und Straßenstände in Saigon und Co. kochen nämlich ähnlich einfach wie der Smut auf dem Boot und haben nur ein paar Gaskocher, um ein ganzes „Restaurant“ zu versorgen. Neben all den Beobachtungen, die ich auf der Straße gemacht habe, war das Highlight aber dann ein Kochkurs, wo ich endlich mal wieder selbst ran durfte – klasse!

Kochkurse in Hội An

Auf der Reise machten wir einige Tage Halt in Hội An – eine alte Hafenstadt ungefähr in der „Mitte“ von Vietnam. Im Lonely Planet aber auch auch Berichten von Freunden waren die dort angebotenen Kochkurse als eines der Highlights aufgeführt. Nach ein paar Tagen ohne Kochen hat es mich eh schon in den Fingern gejuckt, also haben meine Reisebegleitung Isabella und ich nach dem besten Lehrer recherchiert. Fast jedes Restaurant in der Stadt bietet Cooking Classes, viele noch mit Rahmenprogramm wie Feilschen auf dem Markt, einer Bootsfahrt und Angeltour und am Ende Kochen und Verspeisen der Mahlzeiten unter freiem Himmel. Wir haben uns eher für eine schmucklosere Variante entschieden und haben einen kleinen Anbieter ohne viel Drumherum gewählt: Das vegetarische Restaurant Minh Hiên. Der Kurs hat sich allein aufs Kochen bezogen, was uns ganz fair erschien.

Kleine Klasse im Freiluft-Wohnzimmer

Der Kurs startete am späten Vormittag. Das Restaurant hat uns schon im ersten Augenblick gefangen – alle Wände voll mit unzähligen Manga-Serien und unter den Glasplatten auf den Tischen jede Menge Grüße der internationalen Gäste und Kochkursteilnehmer.

Mangas-an-den-Wänden

Aus dem Menü durften wir uns drei Gerichte (zu zweit) aussuchen. Mit uns war nur noch ein weiterer Teilnehmer an Board, ein Franzose, der ebenso begeistert kocht wie ich und auf seiner etwas längeren Reise schon dein ein oder anderen Kurs gemacht hatte. Zusammen mit ihm hatten wir fünf Gerichte, die wir in den nächsten Stunden zubereiteten. Der Chef des Restaurants war unser Lehrer und lud uns in das Klassenzimmer ein – was eher wie sein Wohnzimmer auf der Terrasse war. Die Zutaten für unsere Wahl hatte er bereits vorbereitet. Für jeden von uns gab es noch einen Notizzettel und dann wurde ich gleich zum Schnippeln des Gemüses für die Bouillon verdonnert.

Zutaten-Kochkurs

Zuerst die Basics, dann die Gerichte

Am Anfang bereiteten wir verschiedene Soßen und Bouillons zu, die wir für die einzelnen Zubereitungen brauchten: Gemüsebouillon und Pilzbouillon, sowie einige würzige Dressings. Die Grundzutaten: Gemüse und Pilze, viel Knoblauch, Chili, Pfeffer, Zucker und Salz, dazu noch das heilige Five-Spices. Auf den zwei Gaskochstellen wurde alles zubereitet, war wir für den Banananblütensalat, die Frühlingsrollen, den gefüllten Tofu, die gebratenen Pilze und den Schmortopf mit Auberginen brauchten.

 

Basics-Kochen

Kochen mit dem Kombimesser und Stäbchen

Mit dem Kochkurs lernten wir auch die ungewühnlichen Werkzeuge kennen, mit denen unser Lehrmeister arbeitete: Die superlangen Stäbchen zum Umrühren und das coole – ich nenne es mal Kombimesser. Das Gemüse mit den Stäbchen umzurühren war gar nicht so einfach, dafür sehr effektiv – mit den Stäbchen war es leicht, alles gleichmäßig zu garen.

Umrühren-mit-Stäbchen

Das Kombimesser habe ich leider auf den Fotos nicht richtig eingefangen – es ist aber eine Mischung aus Hobel und Messer – hat also eine Schneide und dazu noch in die Klinge eingebaut einen Hobel. Es ist zudem handlich und klein – ich hab es mir gleich gemerkt als tolles Smut-Werkzeug – bald mehr dazu. Klar hatte unser Chef auch herkömmliche  Pfannenwender und ein normales Messer am Start, aber ein Gerät ist auch noch erwähnenswert: Die gute Haushaltsschere musste das ein oder andere Mal ebenso herhalten.

Frühlingsrolle-mit-Schere

Neue Kochtechniken, neue Zutaten

Dank der Kochlektion habe ich ein paar neue Techniken kennengelernt – einmal natürlich das Arbeiten mit den neuen Geräten, aber auch den richtigen Umgang mit Reispapier, oder das Garen von Gerichten im Bananenblatt auf dem Gasherd, der kurzerhand zum Grill umfunktioniert wurde.

Gasgrill

Spannend waren auch die Herstellung der Dressings und Soßen und Gemüsebrühen, die wir für viele Gerichte benutzt haben. Die Gewürze waren mir zwar nicht fremd, aber ich habe gelernt, sie so zu kombinieren, dass es tatsächlich „asiatisch“ schmeckt und nicht nur nach Sojasauce – also seid gespannt auf die feinen Rezepte, die ich die kommenden Tage auf meinen Blog gebe! Der Kochkurs war es allemal wert und solltet ihr mal in Hội An sein – besucht das etwas versteckte Minh Hiên Restaurant! Dann auch guten Appetit, Ahoi!

 

 

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Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. dsk sagt:

    Super, Kochkurse in Süd Ost Asien machen richtig Spaß. Und dabei lernt man auch, dass Sojasauce meist gar nicht benutzt wird. ( Außer in Gerichten Chinesischen Ursprungs) Ich werde nicht müde, die Leute zu Fischsauce zu missionieren. Das gibt eine viel größere Geschmackstiefe. Und dann gibt es noch die leckere Hoisin Sauce, ach Vietnam wärs mal wieder….Liebe Grüße Cornelia

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